Felix Okrouhly

Automonteur. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1905    † 1943

 

Lebenslauf

Felix Okrouhly wurde am 17.2.1905 in Wien geboren. Er arbeitete als Automonteur und war verheiratet. 1924 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich an.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsorganisation

Felix Okrouhly war Mitglied einer kommunistischen Widerstandsorganisation in den Steyr-Daimler-Puch-Werken (Wien-Favoriten).

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 30. 8. 1941 wurde Felix Okrouhly verhaftet und am 21. 11. 1942 zum Tode verurteilt. Am 16.6.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Gestapoverhör vom 18. 8. 1941

„Ich war, wie ich bereits zu meiner Person ausführte, Sozialdemokrat. Durch mein ganzes Leben hindurch hatte ich schwer zu kämpfen. Als ehemaliger Sozial­demokrat sah ich mich nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Österreich einigermaßen enttäuscht. Da ich innerlich nicht die Entschlusskraft hatte, mich von der marxistischen Idee loszulösen, wurde ich schließlich beeinflusst, in der kommunistischen Bewegung mit tätig zu werden.“

Aus dem Schreiben des Oberreichsanwalts beim Volksgerichtshof an Stefanie Okrouhly vom 30. 6. 1943

„Auf Ihre Eingabe vom 21. Juni 1943 teile ich Ihnen mit, dass das vom Volksgerichtshof gegen Ihren Ehemann erkannte Todesurteil inzwischen vollstreckt wurde. Daher konnte Ihnen eine Sprech­erlaubnis nicht mehr erteilt werden.“

Verschwundene Gedenktafel, Gedenktafel in Wien 10

Sein Name fand sich auf der am 14. 4. 1953 enthüllten Gedenktafel, die an der Hauswand des Werkes (Steyr-Daimler-Puch-A.G., Wien 10, Laxenburger Straße 131-135) montiert wurde (die Tafel ist nach Abbruch des Werkes in den 1990er-Jahren verschwunden); sein Name steht auf der 1945 enthüllten Gedenktafel in Wien 10 (Neilreichgasse 100).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen